Neujahrstraining 09

So, nun raffe ich mich auch dazu auf, den Bericht zu verfassen…

18. Süddeutsches NJT

x.tes Süddeutsches Neujahrstraining in Heimhausen bei München – wo fange ich an… am besten am Anfang:

In meinem Katerleiden am 01.01.2009 hab ich erst mal Abends Crispin vom Bahnhof abgeholt, der einen Zwischenstopp bei mir eingelegt hat. Dann erst mal die letzte Nacht auf weichem Bodem hinter uns gebracht, bevor es am 02. dann Vormittags ab zum Bahnhof ging wo wir uns mit dem Rest der Würzburger getroffen haben um im Regionalexpress nach Würzburg zu kriechen.
Naja, eigentlich ging es recht flott und es ist auch nicht so langweilig wie allein reisen gewesen. Das Mittagessen haben wir erst mal ausfallen lassen, da wohl nur alle 3 Stunden Busse in die Metropole Heimhausen fahren, und um etwa 14:30 waren wir dann dort.

Eli hat erst mal ihr Gepäck in die Pension gebracht und Crispin, Manuel und ich dachten uns wir erkunden mal unser Kendo-Areal für die nächste Woche.  Nachdem der erste (Ur)Einwohner uns über einen Schleichweg zum falschen Schlosseingang lozte, hieß es erst einmal außen ums Gelände rum um Eingänge auszukundschaften. Wunderschöne Gegend, mit Stacheldraht eingezäunter Fußballplatz, kilometer langer Trampelpfad aussen rum und echt schönes kaltes Wetter; dumm nur, dass jeder von uns seine x kilo Gepäck dabei hatte. Ich bins ja gewohnt, aber Crispin fand das mit seinem Trolley bestimmt nicht so lustig (tja, sind eben auch nicht imba die Dinger).

Letztendlich nach langem Spaziergang kamen wir am richtigen Eingang an. Und ratet mal… genau… Kendo halt. Klar dass noch nicht offen war und jemand mit Schlüssel war auch weit und breit für Stunden nicht zu sehen. Als hätte man es nicht riechen können. Deswegen erst mal den Bäcker überfallen und noch Zeit tot geschlagen bis wir unser Zeug dann endlich in die Halle schaffen konnten.
Das Foto, welches uns Hans vom japanischen Sensei Yoshimura gezeigt hat schreckte uns dann erst mal etwas ab; sah aus wie ein Knast-Profilfoto, aber als er dann live vor uns stand machte er doch einen recht sympatischen Eindruck.

yoshimura2

Dann gabs erst einmal Abend-Training mit einem Haufen GiGeiko zum warm werden und abtasten. Das witzige daran wenn man ein paar Wochen kein Kendo macht, ist, dass schon beim ersten 3-Stunden-Training die Füße aufreißen. Aber hatte schon einen Kilometer Tape eingepackt. Hoffentlich haben sich meine Füße irgendwann an den Spaß gewöhnt!

Schlafen ging recht gut im vergleich zu anderen Hallen, in denen ich schon genächtigt habe – nur war es ein kleines „bisschen“ warm; aber besser man schläft ohne Schlafsack, als er ist zu kalt.
Am nächsten Morgen gab es dann Frühstücksbuffet, welches das angebotene Mittagessen um längen geschlagen hat. Aber naja; Geschmackssache…

Die folgenden Tage hat Vormittags immer Yoshimura Sensei das Training geleitet. Meist Technikbezogen haben wir in den drei Tagen das fast komplette Kendoprogramm durchgearbeitet, was einerseits natürlich super ist, um mal wieder einen Überblick zu erhalten, hat mir anderseits nicht so gut gefallen, da ich irgendwie das Motto des Lehrgangs vermisst habe. Aber gut getan hat es natürlich trotzdem.

Im Großen und Ganzen war nichts neues dabei; nachem ich mehrfach wieder darauf hin gewiesen wurde, beim Geiko nach dem Kote schlagen das schinai nicht auf Tsuki-Höhe stehen zu lassen, konnte ich mir durchaus das Grinsen im Men nicht verkneifen, als Yoshimura Sensei es extra vormachte, da es ihm zu fehlen scheinte 😉

Ansonsten gab es nach jedem Training über eine Stunde GiGeiko, was mir recht gut gefallen hat, da wir zuhause immer recht wenig davon abbekommen, und das kämpfen mit fremden Gegner, die die eigenen Macken noch nicht auswendig kennen, mir immer viel bringt und Spaß macht.
Drei mal hatte ich mit dem Hachidan Geiko – faszinieren mit wie wenig Anstrengung er es schafft alle anderen zu kontrollieren. Er hat mir auch eine auf die Rippen gesetzt, dass ich Sternchen gesehen habe und schon den ganzen Abend Bedenken hatte, sie sei angebrochen (aber Bier hat das Problem gelößt). Er hat bestimmt mit seinem Können nicht zufällig danebengehauen – aber trotz ausgiebiger Reflexion komme ich nicht auf meinen Fehler…

Selbstverständlich habe ich einen Haufen alte Bekannte wieder getroffen und auch wichtige Tipps von ihnen mit nach hause genommen. Sehr hilfreich war zum Beispiel der etwa 15 Minuten lange Kampf mit Roman Maier (der hört halt erst auf, wenn jemand anders bei ihm ansteht), der mir einbläute, ich müsse unbedingt komplette 10 Minuten die Spannung halten können (10 Sekunden danach sagte er nur leise: „Anspannung hat aber nix mit physischer Stärke zu tun“ :D).

Was mir aber am meisten gebracht hat, war mein recht kurzer Kampf mit Dominik Schemmel. Er sagte zu mir: “Deine Treffer sind schön und scharf, aber du musst auf den Zeitpunkt acht geben, an dem du schlägst! Aber du solltest auch scharf*sinnig* kämpfen…” Das fand ich beeindruckend faszinierend. Natürlich noch ein paar andere Tipps, aber die werde ich nicht verraten!

Leider kam die Kata viel kürzer als letztes Jahr, aber der japanische Sensei hat selbst die Kyuträger übernommen und wir haben sogar die Formen 8, 9 und 10 gemacht, welche ich jetzt daheim auch endlich mal trainieren kann.

Hier mal ein Video von mir; Kata 1-7. Video war über 500Mb; ich entschuldige mich jetzt schon für die furchtbare Qualität, welche YouTube daraus gemacht hat!! Am besten nicht den Vollbild-Modus aktivieren:

Am vorletzten Abend gab es auch noch einen Vortrag nach dem Motto „Lernen Kendo zu lehren“. Yoshimura ging dabei auf viele wichtige Punkte ein, die man selbst beachten muss, um lehren zu können. Unter anderem das Erhalten der eigenen Gesundheit, das ständige Streben selbst noch besser zu werden und nicht des Erfolges Müde zu werden und auch, das lebenslange Kendo zu praktizieren. Ziemlich anschaulich brachte er alle diese Punkte am Beispiel seines eigenen Senseis, welcher wohl in jedem Zimmer seines Hauses Shinais stehen hatte, zum gelegentlichen Üben, frühs zwei Steaks aß und noch mit 93 Jahren aktiv im Dojo trainierte und immer stärker werden wollte.

Sayonara-Party gab es diesmal aufgrund mangelnder Location leider keine, deshalb bin ich auch am letzten Abend zusammen mit Manuel wieder nach Würzburg abgehauen. Aufgrund von furchtbaren bürokratisch kleinkarrierten Problemen durfte erst nicht an der Prüfung antreten und so beschlossen wir, uns nach Nürnberg mit nehem zu lassen und von dort aus mit dem Zug zu fahren (die Schweine haben das Bayern-Ticket teurer gemacht; nur so am Rande). Und nach ein bisschen lustigem „auf-verschneiter-Autobahn-im-Stau-stehen“ haben wir es zu unmenschlicher Zeit doch noch nach hause geschafft.

Alles in Allem ein Event, dass mir sehr viel gebracht hat – auch wenn mir am Tag danach erst mal ALLES weh getan hat, und ich nicht in der Lage war irgendetwas zumachen – außer meiner Freundin die Ohren vollzujammern.
Und auch wenn es noch recht weit weg ist freue ich mich schon auf das nächste mal (und hoffe, da habe ich Zeit)

In dem Sinne – schönes Kendo !!!

PS: Bilder gibt es theoretisch auch; nur hat mir noch keiner welche geschickt. ich baue welche für euch ein, wenn ich sie habe – keine Sorge

3 Antworten to “Neujahrstraining 09”

  1. Crispin Says:

    Es ist wirklich faszinierend wie du unsere „kleine“ Odyssey um das Schlossgelände bei schönstem Sonnenschein und ohne viel Gepäck am 1. Tag beschrieben hast… 😀

  2. Bastian Blatterspiel Says:

    gell, finde ich auch… war doch auch lustig oder!? ich fands lustig – eigentlich wollt ich ja verheimlichen, aber rückwirkend 😉

  3. Crispin Says:

    Gut, das du während der „kleinen“ Wanderung nicht versehentlich gesagt hast, wie geil du das doch fandest, sonst hättest DU meinen Trolley getragen…

    … wenn du es geschafft hättest ihn von deinem Kopf runter zu bekommen 😀

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