Kozaki Seminar Dez. 08

Letztes Wochenende war es wieder soweit (für alle anderen – für mich das erste Mal):

Das x.-te Kozaki Seminar veranstaltet von der Uni Mainz Kendoabteilung.
Vorweg: hat mir super gut gefallen; vor allem wegen dem „Ich erklär euch auch mal was sinnvolles und lasse Euch nicht nur 1 Mio. Suburis machen“-Charme.

Zu den Fakten
Kozaki Sensei und Suzuki Sensei, der noch mit ein paar Kameraden aus dem weiten Holland zu Besuch kam, gaben einen kleinen 3-Tages-Lehrgang in einem Mainzer Dojo.

Rahmenprogramm:

Fr. 17.45                             Training
Sa. 9:00 – 19.00               Seminar
So. 9.00 – 10.30               Gi-Geiko
10.30 – 13.00                    Tunier
15.30                                    Kyu-Prüfung

Da ich leider am Freitag spontan doch nicht frei hatte und es nicht mehr rechtzeitig zum Abend-Training ins gute Mainz geschafft hätte, bin ich erst Samstag Morgen mit dem Zug los. Thomas hat mich am Bahnhof in Mainz aufgegabelt, und dann gings erst mal so schnell wie möglich zur Halle um zusammen mit den anderen erst mal 20 Minuten auf jemanden mit einem Schlüssel zu warten (typisch Kendo – immer wieder witzig).

Nachdem Frank Jaehne fast in Ohnmacht gefallen wäre, als er uns zwei Würzburg gesehen hatte, gings nach dem umziehen auch gleich schon los. Etwas später als geplant, aber dort war allgemein angenehm lockere Atmoshpäre.

Was mir gleich zu Beginn gut gefallen hat, war das sehr lange Muksou; in unserem Verein kommt das immer recht kurz, und ich fand es klasse, einfach mal in Ruhe tief durchatmen zu können.

Dann kamen wir auch schon zum Thema der Lehrgangs: Seme

Ausfürhlich und breit hat Kozaki Sensei erst einmal erklärt, wie ein Schlag ist, warum man Distanz überbrücken muss, wie man Seme dazu einsetzt und welche verschiedenen Möglichkeiten/Techniken man dazu hat.
Persönlich fand ich die Bemerkung recht sympatisch, dass er zugab, selbst in 40 Jahren seiner Kendo-Laufbahn noch nie geschafft zu haben, einen Men wie im Lehrbuch zu schlagen.

Den Rest des Vormittags gab es dann fast ausschließlich Seme-Training ohne Bogu. Mein Motodachi war ein sehr netter Holländer, der mir einige durchaus wertvolle Tipps gegeben hat. Auch die Erklärungen von Kozaki Sensei waren sehr hilfreich – wenn ich ehrlich bin hat mir noch nie jemand so genau das Seme erklärt.

Der Aufbau erfolgte in mehreren Stufen/Level der Techniken Osai und Harai (für Maki sind wir wohl alle noch etwas zu schlecht, nicht wahr!?). Level 2 hat mir schon einiges abverlangt, vor allem geistig! Auch waren die Parallelen hier wieder schön zu beobachten. Unser Sensei schreit auch immer, wis sollen erst das Schwert bekämpfen; der Schlag sei nur Belohnung für gutes Seme – diese Worte fielen fast 1:1 auch aus Kozaki Senseis Mund.

Nachmittags gabs Kata – zwar nicht viel, aber auch wieder mit ein paar schönen Erläuterungen. Besonders gefiehl mir die Demonstration von Kiri Otoshi mit der Aussage, dass man diese Technik wohl besser nur einmal pro Leben ernsthaft einsetzen sollte (jetzt weiß ich auch wie Marek ständig meine Men ablenkt).
Leider gab es die Demonstration nur mit Bokken, aber für alle, die nicht wissen, was gemeint ist, hier ein kleines Beispielvideo (in der ersten Hälte ist diese Technik recht oft zu sehen):

Anschließend wurde das Vormittagsprogramm nochmal in Bogu nachvollzogen bevor wir ein ausführliches Geiko hatten (ich glaube es waren fast 1,5 Stunden freies JiGeiko)

Habe ich schon erwähnt, dass wohl vergessen wurde, Die Heizung fürs Wochenende NICHT abzustellen – ja doch, es war duchaus a****kalt und von den Duschen fange ich gar nicht erst an…

Nach der kalten Dusche (hehe – was ein Horror) haben wir für mich Fresssack erst mal 45 Minuten lang ne Pizzabude gesucht bevor wir auf der After-Party ankamen und dort bei ein paar gemütlichen Bier zusammen saßen. Alles kam zur Sprache; Trauergeschichten über die Kader-Auswahl, persöhnliche Anekdoten, Vereins-Interna und schließlich auch die Entscheidung, das Tunier spontan im KO-System zu organisieren und auszulosen. Ich fürchte, von den 20 Teilnehmern war ich mal wieder nur einer von zwei oder drei Kyus, die mit machten; und mein erster Gegner hat es mir nicht gerade leicht gemacht…

Dann gings erst mal ab zum pennen zu einem Freund in Mainz, bevor wir, durch den göttlich Trank der Wachsamkeit gestärkt, zum morgentlichen JiGeiko Apell standen. Da gabs dann auch mein ritualmäßiges Abtasten mit Crispin – und ich denke seit dem KeikoKai in Rottweil habe ich mich etwas verbessert. Danke Crispin – freu mich schon auf baldige Revance beim Neujahrslehrgang!

Das das Tunier für mich ein Himmelsfahrtskommando ist, war mir ja schon am Abend vorher klar – aber es hat trotzdem super Spass gemacht! Mein erster Kampf (übrigens auch einziger) gegen Bila, den neuen Padawan von Frank. Und zack, so schnell gehts, habe ich einen neuen Erzfeind. Irgendwann mein Freund, irgendwann…

Auf einem Event wo die Leute meine Gewohnheiten noch nicht vom Training kennen klappt auch meine Lieblingstechnik ab und zu mal: schön gerades Kote antäuschen und eben solches locken und schwuppdiewupp Nuki Men drauf zimmern. Der Gute Mann ist auch ständig drauf rein gefallen, aber er war echt schnell genug, um den zweiten Schlag zu setzen bevor ich geschlagen habe. Etwa 5 Sekunden vor Schluß habe ich dann doch noch einen Bilderbuch-Men kassiert und konnte trotz der Farbe der Hoffnung (diesmal gab es nur blau und weiß) aus der Bogu raus.

Nach der nächsten Eiszeit-Dusche schauten wir uns noch das Tunier zu Ende an, und ich muss sagen: die letzten drei Kämpfe waren doch recht hohes Niveau. Im Finale Preuss gegen v. Cube. Klasse Kampf, viele schöne Treffer, aber bei dem Level wollten die Senseis noch etwas besseres Zanshin sehen. Nach wohl 25 Minuten intensievstem Ausdauertraining endete es dann 2:1 für Preuss.
Persönlich hätte ich es Cube echt gegönnt, weil er einen – ich kanns nicht anders sagen – bombastischen Eindruck bei mir Hinterlassen hat. Hoffentlich hab ich auch mal so eine Haltung…

Nun war es an der Zeit sich zu verabschieden und den Heimweg anzutreten. Natürlich habe ich am Bahnhof in Aschaffenburg meinen Zug um drei Minuten verpasst und musste dezente 1,5 Stunden auf den nächsten warten und war dann endlich zu Hause doch recht Erschöpft. Von meinem Streit mit der Rollstuhlfahrerin in derm Strassenbahn erzähle ich hier wohl lieber nichts…

Alles in allem ein super Lehrgang. Unserem Sensei hätte es wahnsinnig gut gefallen – vielleicht schleifen wir ihn das nächste mal mit.

Danke an die Mainzer, Kozaki Sensei und natürlich auch die Holländer; ich hoffe ich schaffe es öfter zu Euren Seminaren!

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2 Antworten to “Kozaki Seminar Dez. 08”

  1. Crispin Says:

    “ Da gabs dann auch mein ritualmäßiges Abtasten mit Crispin“

    Ritualmäßiges Abtasten? 😀

    Und dir Tino dein neuer Erzfeind? Ei Ei Ei… das kann ja was werden! 😀

    • Bastian Blatterspiel Says:

      Klar – das du das hier früher oder später findest!
      Eigentlich wollte ich noch etwas mehr Content vor dem Veröffentlichen schaffen.

      Und ja, Abtasten. Ich kann ja nicht sagen „Schlagabtausch“, weil ja nur du mich haust… zumindest noch…

      Und danke! Ich war nicht mehr sicher, ob das T. zu Tino gehört. Man muss sich doch hohe Ziehe sezten oder?

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